4 Fragen an Karoline Wirth – Journalistin, Inhaberin von Retrospekt GmbH

Karoline

Karoline Wirth ist Gründerin von «Retrospekt».

Sie ist Journalistin und macht biografische Filme für Familien.

Vor 2019 war Karoline Wirth 10 Jahre bei Schweizer Radio und Fernsehen SRF tätig als Reporterin, Produzentin und Redaktionsleiterin (u.a. «Mona mittendrin», Doku-Serie «Die Schauspielschüler», «Fernweh»). Als Co-Leiterin der Programmentwicklung verantwortete sie neue Format-Innovationen.

Anstoss für die Selbständigkeit war ihr Interesse an Themen rund um die «ageing society», an Menschen mit Lebenserfahrung und am Transfer von Wissen und persönlichen Erinnerungen an die nächste Generation.

Dass Karoline Wirth Journalistin werden wollte, wusste sie schon als Kind, sie wurde aber erst Primarlehrerin.

An der Universität Fribourg hat sie Journalismus und Kommunikationswissenschaften studiert und arbeitete vor ihrer Zeit bei der SRG unter anderem für die Schweizerische Depeschenagentur sda, Tele24 und Ringier.

Die gebürtige Thunerin lebt seit 25 Jahren in Zürich, spricht aber immer noch schönes Berndeutsch.

www.retrospekt.ch


 

SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?

Karoline Wirth: Ich tauche ein in Familiengeschichten und Lebenswelten. Mein Vis-à-vis sind Menschen, die viel erlebt und gesehen haben. Und ich habe die Lizenz zum Fragenstellen, darum beneidet mich sogar James Bond!

 

SWONET: Wie hast Du den Begriff Karriere nach der Ausbildung gesehen und wie siehst Du Karriere heute?

Karoline Wirth: Karriere hat etwas mit Vorwärtskommen zu tun, beinhaltet Engagement, Mut, Durchhaltevermögen und – mir wichtig – Anstand. Wer diesbezüglich Einsatz zeigt, macht in meinen Augen Karriere und das bewundere ich. Das Wort Karriere ist und war für mich immer positiv konnotiert und erstrebenswert.

Total daneben finde ich aber, wenn die Gesellschaft Karrieren unterschiedlich wertet. Wenn ein digitaler Wurst-und-Brot-Titel mehr zählt als ein handwerklicher Beruf. Karriere hat nichts mit der Branche zu tun und ich wünschte mir, auch nichts mit der monetären Entschädigung. Grosser Lohn = grosse Karriere? Schon der Gedanke ist unangenehm, weil er nicht richtig ist.

 

SWONET: Welchen Tipp kannst Du Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen geben?
Karoline Wirth: Berufseinsteigerinnen können grundsätzlich nichts falsch machen. Sie sollen sich engagieren, sich an integren Menschen orientieren, Erfolge feiern, hinfallen und aus Fehlern lernen, das volle Programm. Ein Unternehmen gründen würde ich hingegen nur mit Überzeugung und im richtigen Zeitpunkt. Mit einer Geschäftsidee, einer Vision und der unbändigen Lust, diese umzusetzen. Wut oder Ärger über die aktuelle Arbeitsstelle zum Beispiel ist ein schlechter Antrieb, sich selbständig zu machen.

Mein Tipp für Berufseinsteigerinnen und Gründerinnen: Coole Frauen auf einen Gedankenaustausch treffen, die ein paar Jahre älter sind und einen Schritt weiter im Leben. Das Jetzt leben wir meist ganz gut, aber es ist inspirierend, das Leben gedanklich schon mal ‘vorzutelefonieren’.

 

SWONET: Wie startest Du in den Tag?

Karoline Wirth: Leider viel zu selten mit einem Konfi-Brötl

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