4 Fragen an Lenny Winkel – ETH Professorin

Lenny Winkel

Lenny Winkel ist ausserordentliche Professorin für anorganische Umweltgeochemie an der ETH Zürich und an der Eawag (Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz).

Sie studierte Geologie in den Niederlanden und promovierte 2006 an der ETH Zürich in Geochemie.

Lenny Winkel arbeitete anschliessend an der Eawag sowie an Universitäten in Frankreich, England und Griechenland.

Nach ihrer Doktorarbeit widmete sie sich der Thematik rund um das Arsen im Grundwasser. Diese sehr einflussreiche Arbeit wurde in den internationalen Medien ausführlich behandelt.

Im Jahr 2011 wurde ihr eine Förderungs-Professur des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für ihr Projekt zur Erforschung des globalen biogeochemischen Kreislaufes von Selen, verliehen.

Selen ist für Mensch und Tier in kleinen Mengen unentbehrlich, jedoch können aber zu niedrige oder zu hohe Einnahmen ein Gesundheitsrisiko sein. Die Arbeit von Lenny Winkel und ihrer Forschungsgruppe leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des globalen Selenkreislaufes. Basierend auf ihrer Arbeit zum Thema Selen und anderen Spurenelementen ist Lenny Winkel international als Expertin für umweltbedingte Spurenelementprozesse und -kreisläufe anerkannt.

2019 wurde sie und dem Eawag-Team zudem von der Swiss Chemical Society der Sandmeyer-Award verliehen für ihre hervorragenden Leistungen im Themenbereich von Arsen und weiteren anorganischen Schadstoffen.

Neben ihrer Forschung engagiert sich Lenny Winkel in der Lehre und erhielt 2019 die Goldene Eule, die Auszeichnung für exzellente Lehre an der ETH Zürich. Lenny Winkel ist verheiratet und lebt mitten in der Stadt Zürich.


 

SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?

Lenny Winkel: Ich finde es toll, dass kein Tag wie der andere ist; Jeder Tag birgt neue Herausforderungen mit frischen Erkenntnissen und Ideen woraus neue Forschungsansätze entstehen.

Ich schätze die diversen Kooperationen mit Personen aus dem internationalen Umfeld und mit unterschiedlichen Hintergründen. Zudem bereitet es mir Freude, Studierende und angehende Wissenschaftler in ihrer Ausbildung zu begleiten und zu unterstützen.

 

SWONET: Wie hast Du den Begriff Karriere nach der Ausbildung gesehen und wie siehst Du Karriere heute?

Lenny Winkel:«Karriere machen» war nie mein Ansporn. Ich wollte schon immer in die Forschung, hatte jedoch nie das Ziel eine Professorin zu werden. Nach meiner Ausbildung habe ich verschiedene Projekte in unterschiedlichen Forschungsgebieten gemacht, die mich fachlich interessiert haben. Durch diese Erfahrungen konnte ich mein eigenes Profil entwickeln und ich habe gelernt in interdisziplinären Projekten und Kooperationen zu arbeiten, was mir viel Spass bereitet.

 

Obwohl ich die Karriereleiter nicht auf dem direktesten Weg erklommen bin, bin ich glücklich über meinen bisherigen Werdegang, in welchem ich viele Einsichten in unterschiedliche Forschungsgebiete hatte und wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.

 

SWONET: Welchen Tipp kannst Du Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen geben?

Lenny Winkel: Setzt auf eure Interessen und eure eigenen Erfahrungen und vertraut auf euren Instinkt.

Ich merke bei den Studierenden – vor allem bei den Frauen – dass sie oft nicht recht wissen was sie wollen und Zweifel haben an sich und ihren getroffenen Entscheidungen. Mir erging es früher ähnlich, auch ich hatte Selbstzweifel. Ich habe jedoch gelernt, dass es sich auszahlt, wenn man seinem Instinkt und seinen Interessen nachgeht.

 

SWONET: Wie startest Du in den Tag?

Lenny Winkel: Ich würde mich als klassischen Morgenmuffel bezeichnen 🙂 Meistens frühstücke ich und geniesse meinen Kaffee während ich die internationalen Nachrichten lese, bevor ich mich auf mein Bike schwinge und zur Arbeit fahre, wo dann mein Tag erst richtig beginnt.

 

 

 

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