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Editorial: Ferienerlebnisse teilen – mit Feingefühl und Respekt

Viele von uns haben in den vergangenen Ferienwochen schöne Erlebnisse gesammelt oder werden diese noch erleben. Oft brennen wir darauf, unsere Eindrücke mit Familie, Freundinnen und Freunden oder Arbeitskolleginnen und -kollegen zu teilen. Doch was, wenn unser Gegenüber unsere Begeisterung nicht teilt oder gar nicht nachempfinden kann?

Nicht immer ist Neid das Gefühl, das wir bei anderen auslösen. Häufig stehen Traurigkeit, Enttäuschung oder Frustration dahinter.

Vielleicht hätte die andere Person selbst gerne Ferien gemacht, konnte sich dies jedoch aus persönlichen, gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht leisten. So verständlich unser Wunsch ist, schöne Erlebnisse zu teilen – gerade im beruflichen Umfeld ist Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht jede Person spricht offen darüber, dass sie von einer Kündigung betroffen ist, die aktuelle berufliche Situation als belastend erlebt oder sich die Selbstständigkeit schwieriger entwickelt als erhofft.

Mit etwas Einfühlungsvermögen erkennen wir meist rasch, wie unser Gegenüber «gestrickt» ist. Es zeugt von gegenseitigem Respekt, auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen. Auf die unverfängliche Frage: «Hattest du schöne Ferien?» genügt oft eine einfache Antwort: «Ja, es war sehr schön. Wenn du mehr darüber hören oder Fotos sehen möchtest, erzähle ich dir gerne mehr. Hattest du ebenfalls eine gute Zeit?» So überlassen wir unserem Gegenüber die Entscheidung, wie viel es hören und gleichzeitig auch selbst erzählen möchte.

Wenn wir den Menschen in unserem Umfeld diese Wahl lassen, werden wir oft überrascht sein, wie gross ihr echtes Interesse ist. Besonders in grösseren Teams oder einem erweiterten Netzwerk, in dem man sich kennt, aber nicht näher vertraut ist, sind Sensibilität und Respekt wichtige Begleiter.
Gesunder Menschenverstand und Einfühlungsvermögen sind die Grundlage einer Kommunikation, die verbindet statt trennt – und die dafür sorgt, dass schöne Erlebnisse auch bei anderen ein gutes Gefühl hinterlassen.

«Netzwerke leben nicht nur vom Austausch von Erfahrungen, sondern ebenso von der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.»

Ihre/Eure Petra Rohner
Präsidentin SWONET

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