
Juni – ein Monat der Vorfreude auf die Auszeit in den Sommerwochen
Doch wie oft sind wir nach diesen Sommerwochen enttäuscht, wie schnell das Gefühl von Erholung, Durchatmen und Abschalten wieder verflogen ist. Oft wird bereits Monate im Voraus geplant, koordiniert und organisiert, damit in den wenigen Wochen der Auszeit alles möglichst perfekt abläuft.
Dabei sind es häufig gerade die unvorhergesehenen Erlebnisse, die uns lange in Erinnerung bleiben.
Das Unperfekte, das nicht geplant war. Die spontane Begegnung, die wir nicht vorhersehen konnten. Die überraschende Entdeckung abseits der vorgesehenen Route.
Obwohl wir diese Erfahrung immer wieder machen, schalten wir Jahr für Jahr erneut in den Planungsmodus um – als wäre Planung eine Art Ferienversicherung, die uns Erholung garantiert.
Dass es eine solche Absicherung nicht gibt, erleben wir auch im beruflichen Umfeld. Kein Job, keine Position bietet heute uneingeschränkte Sicherheit. Wir können noch so sorgfältig planen, engagiert arbeiten und unser Bestes geben – die Märkte und Rahmenbedingungen verändern sich so schnell, dass wir alle davon betroffen sind.
Es gibt keinen Garanten. Weder für erholsame Ferien noch für einen sicheren Arbeitsplatz.
Doch wie gehen wir damit um?
Vielleicht müssen wir gerade in den Ferien wieder lernen, loszulassen. Uns daran erinnern, wie viel Freude es macht, Neues zu entdecken, ungeplante Wege einzuschlagen und offen für Überraschungen zu bleiben.
Wenn wir nach den Ferien mit neuer Energie in den Alltag zurückkehren, sollten wir diese nicht nur dafür nutzen, wieder in die gewohnten Abläufe einzusteigen. Vielleicht ist es auch der richtige Moment, uns zu fragen, was uns an unserer aktuellen Tätigkeit nach wie vor begeistert.
Wenn wir diese Begeisterung noch spüren, lohnt sich meiner Ansicht nach die nächste Frage: Wo könnten wir diese Freude auch in anderen Aufgabenbereichen, Branchen oder Positionen erleben? Bereits ein offener Blick auf neue Möglichkeiten kann Perspektiven sichtbar machen, die im Alltag oft nicht sichtbar sind. Im unten aufgeführten Porträt von Karin Lanz findet sich ein Satz, der diesen Gedanken treffend auf den Punkt bringt:
«Perfekte Strategiepapiere bringen kein Geschäft in Bewegung. Nur Du, wenn Du ins Tun kommst. Und das darf durchaus unperfekt sein.»
Deshalb freuen wir uns auf unperfekte Ferien. Denn das, was wir daraus mitnehmen, kann wichtiger sein, als wir uns heute vorstellen können.
Ihre/Eure Petra Rohner
Präsidentin Stiftung SWONET
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