SWONET Newsletter September 2026

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Editorial: Loslassen – um neuen Raum zu geben

Wie erleben wir Loslassen? Fällt es uns leicht oder ist es ein schwieriger Prozess?
In den letzten Wochen ist mir das Thema «Loslassen, um Neuem Raum zu geben» auf ganz unterschiedliche Weise begegnet.

Einerseits persönlich, als Ende August die Bachelorarbeit von Saliha Özbek über SWONET vorgestellt wurde. Die Arbeit zeigt Potenzial für die Stiftung auf – Potenzial, das gleichzeitig die Bereitschaft zum Loslassen erfordert. Denn für die Umsetzung werden neue Projekte entstehen, und dafür müssen sich neue Teams finden und entwickeln können.

Auch beruflich beschäftigt mich das Thema seit Wochen intensiv. Ich begleite stellensuchende Fach- und Führungskräfte. Oft sind es Menschen, die zehn oder zwanzig Jahre im gleichen Unternehmen tätig waren. Nach einer Kündigung beginnt zunächst ein Prozess des Loslassens. Die vertraute Tagesstruktur verändert sich radikal. Unternehmen und Titel, die über Jahre einen wichtigen Rahmen gegeben haben, sind plötzlich nicht mehr da. Noch einschneidender kann jedoch etwas anderes sein: Der tägliche Kontakt zu Menschen fehlt, die während vieler Jahre ganz selbstverständlich zum beruflichen Alltag gehörten.

Vor Kurzem begegnete mir das Thema nochmals in einer spontanen Gesprächsrunde unter Frauen: Schulstart – wohl einer der deutlichsten Momente des Loslassens. Beim Eintritt in den Kindergarten gab es vielleicht noch ein paar Abschiedstränen. Nun stehen kleine, selbstbewusste Menschen vor uns, die sich auf ihren ersten Schulweg ohne Begleitung freuen und vor allem stolz darauf sind, diesen Schritt in die Welt der Grossen selbstständig gehen zu können.

Wir wissen, dass solche Momente kommen.

Eltern wissen, dass ihre Kinder selbstständiger werden. Wir wissen, dass heute kaum ein Arbeitsplatz auf Dauer sicher ist und eine berufliche Neuorientierung jederzeit notwendig werden kann. Und wir wissen lange im Voraus, dass das Datum unserer Pensionierung näher rückt. Trotzdem fällt Loslassen nicht automatisch leichter, nur weil wir wissen, dass eine Veränderung kommen wird. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir Loslassen zunächst mit Verlust verbinden. Wir sehen, was nicht mehr da sein wird: eine vertraute Aufgabe, eine Position, Menschen, Gewohnheiten oder eine Lebensphase. Viel schwieriger ist es in diesem Moment zu erkennen, was durch diesen frei werdenden Raum überhaupt erst entstehen kann.

Ich habe für mich festgestellt: Wenn ich mich mit Veränderungen auseinandersetze, bevor sie eintreten, und mich frühzeitig mit ihren möglichen Konsequenzen befasse, fällt mir das Loslassen leichter. Denn während ich über das Neue nachdenke, verändert sich auch meine Perspektive. Ich beschäftige mich nicht mehr ausschliesslich mit dem, was ich verliere, sondern zunehmend mit dem, was entstehen könnte.
Loslassen wird damit für mich zu einem Teil von Entwicklung. Nicht, weil das Bisherige plötzlich weniger wertvoll ist. Im Gegenteil: Erfahrungen, Beziehungen und Erreichtes bleiben Teil unseres Weges. Aber sie müssen uns nicht daran hindern, den nächsten Schritt zu gehen.
Gleichzeitig habe ich in den vergangenen Monaten etwas anderes sehr bewusst wahrgenommen: Sich dem Wandel zu stellen, funktioniert nicht allein im stillen Kämmerlein. Wir brauchen den Austausch mit Menschen, die uns neue Perspektiven eröffnen, uns Rückendeckung geben und uns ein Stück auf unserem Weg begleiten.

Vielleicht bedeutet Loslassen deshalb nicht einfach, etwas hinter sich zu lassen. Vielleicht bedeutet es vielmehr, bewusst Raum zu schaffen – für Neues, für andere Menschen, für neue Ideen und für Entwicklungen, die wir heute noch gar nicht kennen.

Genau deshalb freue ich mich besonders, dass unser nächster Business & Network Day am 21. Mai 2027 diesen Gedanken aufnimmt:

«Symbiose & Synergien – Das Ökosystem meines Netzwerkes»

Info und Anmeldung

Denn gerade in Zeiten der Veränderung zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die uns begleiten – und wie aus Beziehungen neue Möglichkeiten entstehen können.

Ihre/Eure Petra Rohner
Geschäftsführerin

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